Das Video-Grundsetup für deine G9 II
Nutze den kreativen Videomodus mit Belichtungsmodus M. So bleiben Blende und Verschlusszeit während der Aufnahme unter deiner Kontrolle. Auto-ISO gleicht wechselndes Licht aus; für eine vorbereitete Szene mit konstantem Licht ist eine feste ISO oft angenehmer.
Für den Einstieg in einer 50-Hz-Umgebung wähle 4K mit 25 Bildern pro Sekunde. MP4 mit 4K/10bit/72M/25p ist eine kompakte Ausgangswahl. Die G9 II bietet auch MOV-Qualitäten mit 10 Bit und 4:2:2. Diese können für bestimmte Bearbeitungsabläufe hilfreich sein, sind aber keine Voraussetzung für ein gutes erstes Video.
- Systemfrequenz: 50 Hz (PAL); Aufnahme: MP4, 4K, 25p, 10 Bit.
- Kreativer Videomodus mit M; Verschlusszeit: 1/50 s.
- Blende: f/2,8 bis f/4 als Start, soweit das Objektiv es erlaubt.
- Standard oder Natural für schnell nutzbare Farben.
- Weißabgleich für die Szene fest einstellen.
- Kontinuierlichen Video-Autofokus nutzen; Mikrofonpegel kontrollieren.
Technische Grundlage: Panasonic – Anleitung bzw. Produktspezifikation ↗
Bildrate und Zeitlupe bewusst auswählen
25p eignen sich für Gespräche, ruhige Stadtansichten und kontrollierte Schwenks. 50p sind praktisch für Bewegung und eine zweifache Zeitlupe in einem 25p-Projekt. Als Ausgangspunkt passt dazu 1/100 s Verschlusszeit.
Die G9 II bietet im MOV-Format auch 4K mit 100p bei 50-Hz-Systemfrequenz. In einem 25p-Projekt lässt sich solches Material auf ein Viertel der Geschwindigkeit verlangsamen. Rechne dabei mit mehr Lichtbedarf, höheren Datenmengen und je nach Modus geänderten Einstellungsmöglichkeiten. Eine Startzeit von 1/200 s passt zur üblichen Bewegungsunschärfe-Regel.
Für eine Zeitlupe mit separat benötigtem Originalton ist eine normale Aufnahme mit hoher Bildrate oft übersichtlicher als S&Q. Im S&Q-Modus wird kein Ton aufgezeichnet. Wähle außerdem eine Speicherkarte, die die Anforderungen der konkreten Aufnahmequalität erfüllt.
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Ergänzende Anleitung: Panasonic – Slow & Quick ↗
Belichtung, Blende und ISO zusammen verstehen
Halte die Verschlusszeit zunächst passend zur Bildrate: 1/50 s bei 25p, 1/100 s bei 50p. Wähle dann die Blende nach der gewünschten Schärfentiefe. Mit f/4 lässt sich eine Person mitsamt etwas Umgebung oft leichter zuverlässig scharf halten als mit einer sehr weit geöffneten Blende.
Bei zu viel Licht hilft ein ND-Filter, wenn Verschlusszeit und Blende unverändert bleiben sollen. Bei wenig Licht kannst du die Blende öffnen und die ISO erhöhen. Auto-ISO mit einer zunächst gewählten Obergrenze von ISO 3200 ist ein brauchbarer Einstieg für Standard oder Natural; erhöhe die Grenze, wenn die Szene es erfordert.
Unter Kunstlicht prüfe eine kurze Testaufnahme auf Flackern. 1/50 s oder 1/100 s passen häufig zu einer 50-Hz-Umgebung, lösen aber nicht jedes LED-Problem. Verändere die Verschlusszeit gezielt und kontrolliere den aufgezeichneten Clip.
Autofokus so einstellen, dass er dein Motiv hält
Für eine sich bewegende Person sind kontinuierlicher Video-Autofokus und Menschenerkennung sinnvolle Startpunkte. Richte den AF-Bereich auf die gewünschte Person. Wenn mehrere Menschen vorbeigehen, hilft ein begrenzter Bereich dabei, nicht ständig das Ziel zu wechseln.
Für einen ruhigen Schärfewechsel kannst du die Video-AF-Geschwindigkeit vorsichtig reduzieren. Für schnellere Motive benötigst du gegebenenfalls eine raschere Reaktion. Beginne mit den Standardwerten und verändere jeweils nur einen Parameter; beurteile das Ergebnis in einem kurzen Clip.
Bei einem feststehenden Interviewmotiv kann manuelles Fokussieren gut funktionieren. Prüfe die Schärfe vergrößert vor der Aufnahme und behalte im Blick, wie weit sich die Person nach vorn oder hinten bewegt. Eine etwas geschlossenere Blende schafft dabei mehr Spielraum.
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Stabilisierung: Ruhiger Stand oder bewusste Bewegung
Die kamerainterne Stabilisierung hilft bei Aufnahmen aus der Hand. Mit einem kompatiblen stabilisierten Objektiv kann sie mit der Objektivstabilisierung zusammenarbeiten. Die elektronische Video-Stabilisierung glättet zusätzlich, verkleinert aber den Bildausschnitt. Kontrolliere deshalb den Rahmen nach dem Einschalten erneut.
Boost I.S. ist für möglichst feststehende Handaufnahmen gedacht. Für einen bewussten Schwenk schalte es aus, damit die Stabilisierung nicht gegen den gewünschten Bewegungsbeginn arbeitet. Auf einem Stativ vergleiche eine kurze Aufnahme mit und ohne Stabilisierung und wähle die ruhigere Variante.
Für Gehaufnahmen helfen kurze Schritte, ein ruhiger Oberkörper und ein etwas weiterer Bildwinkel. Achte beim Abspielen auf die Ränder: Ein ruhiges Zentrum allein reicht nicht, wenn sich die Ecken sichtbar verformen.
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V-Log nutzen, wenn du die Farben später bearbeiten willst
Standard oder Natural liefern einen direkt nutzbaren Ausgangslook. V-Log ist dagegen für eine bewusste Weiterbearbeitung gedacht. Verwende dafür einen 10-Bit-Aufnahmemodus und eine passende Farbtransformation im Schnitt. Ein flaches Log-Bild ist noch kein fertiger Filmlook.
Bei der G9 II liegt die reguläre V-Log-Untergrenze für Video bei Sensorbildraten bis 60 fps bei ISO 500, wenn die ISO-Erweiterung ausgeschaltet ist. Bei höheren Sensorbildraten ändern sich die ISO-Möglichkeiten. Übernimm deshalb nicht pauschal die ISO-Werte der S9.
Wichtig bei LUTs: Ein passender Look muss zur Kamera und zum Eingangsprofil passen. Eine Standard-/Rec.709-LUT ersetzt nicht automatisch eine technische Umwandlung von V-Log. Entscheide vor der Aufnahme, ob du einen Look fest anwenden oder erst im Schnitt gestalten willst. Ein konstanter Weißabgleich macht beide Wege leichter.
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Guten Ton aufnehmen und den Ablauf vereinfachen
Für verständliche Sprache bringe das Mikrofon möglichst nah an die sprechende Person und nutze draußen einen passenden Windschutz. Stelle den Pegel mit einer Probe ein; Sprachspitzen um −12 dBFS sind ein sinnvoller Start. Vermeide Übersteuerung bis 0 dBFS.
An der G9 II kannst du den Ton während der Aufnahme über angeschlossene Kopfhörer kontrollieren. Höre auf Wind, Kabelgeräusche und Kontaktprobleme. Ein bewegter Pegelbalken zeigt nur, dass ein Signal ankommt – nicht, ob die Stimme verständlich ist.
Nimm vor einem wichtigen Dreh einen kurzen Clip auf und spiele ihn ab. Kontrolliere Bildrate, Weißabgleich, Schärfe und Ton. Teste die gewählte 10-Bit-Datei auch im Schnittprogramm; bei stockender Wiedergabe helfen Proxys. Speichere dein erprobtes Grundsetup und ergänze erst danach eine Variante für Zeitlupe.
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